Zurück nach Bayern und hoch zum Kreuzberg

Mi., 19.09.2018
Lütter – Ried – Schmalnau – Hettenhausen – Altenfeld – Gersfeld – Rodenbach – Oberweißenbrunn – Kreuzberg – Guckas-Pass
Kilometer: 33,6 km

Um 6.30 Uhr klingelt bereits wieder mein Wecker. Noch völlig verschlafen versuche ich, mich zu orientieren: Ach ja, ich wollte ja die Berichte fertig machen! Ich hole meinen Laptop ans Bett und fertige die letzten Berichte an. Nun ist die Homepage wieder aktuell. Anschließend gehe ich hinunter zu meiner Tante und meinem Onkel, die mittlerweile auch aufgestanden sind. Nachdem ich gefrühstückt habe, verabschiede ich mich von meinem Onkel, der zur Arbeit fahren muss. Ich widme mich meinem Packsack, den ich neu packen muss. Meine Schuhe sind nicht mehr verwendbar. Die Sohle ist so durchgelaufen, dass ich mich damit nur noch verletze. Das heißt für mich jedoch, dass ich ab sofort mit den Trekkingschuhen unterwegs sein muss. Und das bei der gegenwärtigen neuen Hitzewelle! Aber mir bleibt vorerst nichts anderes übrig. Nachdem ich meinen Packsack neu verpackt habe, verabschiede ich mich gegen 10 Uhr auch von meiner Tante. Vielen Dank für die schöne Zeit mit Euch und eure Unterstützung!

Auf dem Fulda-Radweg verlasse ich Lütter in Richtung Süden. Auf kleinen asphaltierten Wegen gehe ich durch das offene Tal. Ab Ried begleitet mich die Rhönbahn eine Weile links des Weges. Immer wieder komme ich an Fischzuchtanlagen vorbei. Kurz vor Gersfeld steige ich dann auch zunehmend durch Wald den Berg hinauf. Die Steigungen sind jedoch sehr gering. In Gersfeld gehe ich nach Überquerung der B279 an mehreren Schulen vorbei steil den Berg hinauf. Offenbar ist gerade die Schule aus, denn in großen Gruppen kommen mir die Schüler entgegen, und auch zahlreiche Busse sind unterwegs. Immer weiter geht es den Berg hinauf. Nach und nach lichtet sich der Baumbestand, und ich habe in einer offenen Bergwiesenlandschaft einen tollen Blick zur Wasserkuppe!

Sei gegrüßt Stahl-Minion
Durch das Fulda-Tal
Die milden Temperaturen führen zur zweiten Apfelblüte

Den Gipfel sieht man jedoch auf meiner Höhe noch nicht aufgrund eines vorgelagerten Höhenzuges. Trotz der Wärme ist der Aufstieg erträglich, da ein böiger Südwest weht. Durch den Wind sind jedoch die Schießereien des nahen Truppenübungsplatzes deutlich zu hören. Immer wieder hört man die kräftigen Abschüsse von Granaten und dazwischen das Rattern von Maschinengewehren. Auch das Knattern eines Hubschraubers meine ich zu vernehmen.

Immer weiter geht der Weg auf der Bergwiese den Berg hinauf. Unterhalb des Rodenbacher Küppel nimmt die Steigung dann auch mal ab, und ich wandere auf einer Höhe nach Rodenbach hinein. Das ist mein letzter Ort in Hessen für heute! Die nächste Gemeinde wird bereits wieder bayerisch sein! Doch erst einmal steige ich wieder kräftig bergauf, sehr kräftig sogar! Zum Glück begrenzt sich diese Steigung nur auf das Stückchen Wald, dass ich durchquere. Auf den Bergwiesen laufe ich wieder mit moderaten Steigungen weiter bergan. Mit Erreichen des Berghofs Schwedenschanze, habe ich auch die Passhöhe in etwas über 720 m Höhe erreicht. Ein frisch asphaltierter Radweg führt mich etwas abseits der Bundesstraße hinab nach Oberweißenbrunn. Hier habe ich auch zum ersten Mal einen Blick auf den Kreuzberg. Ein Blick auf die Karte verrät mir allerdings, dass ich mich täusche. Die Antenne, auf die ich zulaufe, gehört zwar zum Kreuzberg. Der Berg, der vor mir liegt, ist jedoch der vorgelagerte Arnsberg.

Irrtümlich erst für den Kreuzberg gehalten
Blick nach Norden

An diesem laufe ich auch wenig später leicht ansteigend an der Westseite entlang. Von hier hat man einen schönen Blick auf das Truppenübungsgelände. Dabei stelle ich auch fest, dass ein Berg, den ich eigentlich immer wieder einmal besuchen wollte, mitten im Sperrgebiet liegt: Die Dammersfeldkuppe mit 928 m Höhe hat nämlich eine schöne Bergwiese auf ihrer Kuppe. Da sie aber leider im Sperrgebiet liegt, ist sie für mich unzugänglich.

Tolle Landschaft, aber leider Sperrgebiet
Blick Richtung Truppenübungsplatz zur Dammersfeldkuppe 

Nach und nach wird der Weg vor mir felsiger und die Vegetation karger. Und schließlich liegt der Kreuzberg vor mir. Doch noch geht es auf grob geschotterten Weg über eine Hochwiese den Berg hinauf auf einen Sattel. Hier stoße ich auch auf die Kreuzbergstraße. Dieser folge ich in Richtung Kreuzberg. Nach Osten hat man wieder einen tollen Blick auf die zahlreichen Höhenzüge.

Blick Richtung Osten
Steil geht es auf der Kreuzbergstraße bergauf

Immer steiler führt die frisch asphaltierte Straße den Berg hinauf. Trotz der späten Uhrzeit ist hier noch viel Verkehr. Oben mache ich es mir im Kloster-Biergarten gemütlich und bestelle mir ein Klosterbier. Ganz schöner Trubel hier oben! Was muss erst am Wochenende hier los sein!

Kloster Kreuzberg

Nachdem ich mein Bier getrunken habe, mache ich mich auf einem teilweise felsigen Weg aufwärts zum Gipfel. Es gibt zwar auch eine direkte Variante, doch diese besteht nur aus Treppen. Da ist mir der Weg dann doch lieber, der an Basaltfeldern und schönen Ebereschen vorbei führt. Oben habe ich eine herrliche Aussicht nach Westen und nach Norden. Zum Greifen nahe liegt auch die Wasserkuppe.

Vorbei an Basaltfelsen und Ebereschen geht es zum Gipfel
Blick Richtung Wasserkuppe
Hier kommt die Treppe hoch vom Kloster

Nachdem ich einige Bilder gemacht habe, gehe ich am Gipfelkreuz vorbei nach Süden. Durch einen Laubmischwald führt mich ein kleines Asphaltsträßchen zu einem herrlichen Ausblick Richtung Süden. Kleine Orte liegen wie Inseln in einem Meer aus Wald und Wiesen. Ich überlege erst, ob ich hier irgendwo mein Zelt aufbauen soll, entscheide mich mangels ausreichendem Platz aber dann doch dagegen.

Blick ins Tal

Daher gehe ich über das Sträßchen zurück zum Kloster. Hier treffe ich auf eine Forststraße, die mich wieder nach Süden führt. Durch den Laubwald wandere ich immer weiter leicht abfallend über die Höhenzüge nach Westen. Schließlich nimmt das Gefälle dann deutlich zu, und es geht auf einem etwas felsigen Weg steil hinab zum Guckas-Pass. Hier treffe ich auf einen großen Wanderparkplatz mit mehreren Sitzbänken. Da es mittlerweile zu dämmern anfängt, beschließe ich kurzerhand, hier zu bleiben. Auf einer gemähten Wiese neben dem Parkplatz baue ich mein Zelt auf und lausche dem Röhren der Rothirsche. Später telefoniere ich dann noch mit Katharina, die mich am Wochenende nach mehreren Wochen einmal wieder besuchen kommen will.

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