Brenztal, Wiedersehen und ab in die Berge

Sa., 13.10.2018
Nattheim – Heidenheim – Mergelstetten – Herbrechtingen
Kilometer: 23,7 km

Gegen 7.30 Uhr sitzen Bärbel, Manfred und ich in der Küche am Frühstückstisch. Nachdem ich von Bärbel noch mit allerhand Obst und belegten Broten versorgt worden bin, mache ich mich kurz vor 9 Uhr wieder auf den Weg. Die beiden wollen gerne noch ein Bild von mir und meinem Wagen machen, was sie auch sogleich in ihrem Garten machen können. Herzlichen Dank für Eure Gastfreundschaft und die Unterstützung! Auch der Ausflug am Vortag war wirklich toll!

Durch das Wohngebiet geht es hinab zur B466, der ich auf einem Radweg durch das schöne Tal in Richtung Heidenheim folge. Die Sonne scheint in den immer bunter werdenden Herbstwald. In den Seitentälern hängt zum Teil noch bodennaher Nebel.

Einzelne Felsen im Tal
Das Brenztal ist erreicht

Anfangs führt mich der Radweg noch links der Bundesstraße entlang durch das kurvenreiche Tal, nach Unterqueren der A7 und Erreichen der Abzweigung zur Autobahn wechsele ich jedoch durch einen Tunnel die Straßenseite. Das Tal wird ab hier nicht nur breiter, es sind auch immer wieder weiße Muschelkalk-Felsen an den Hängen sehen. Nach knapp einem Kilometer stößt von Norden her ein weiteres Tal hinzu. Am Zusammenfluss beider Täler versperrt mir plötzlich eine Wiesenwand den Weg nach Heidenheim. Das ist ein Staudamm, der offenbar bei extremen Niederschlagsereignissen als Hochwasserrückhaltebecken fungieren soll. Über einen Asphaltweg gehe ich über die kurz geschnittene Wiese hinauf zur Dammkrone und eine kleine Straße weiter hinab nach Heidenheim. Kurz darauf habe ich auch schon die ersten Gewerbegebiete von Heidenheim erreicht. Hier wechsele ich auch über die B466 hinweg in das Gewerbegebiet hinein. Vorbei an einem Gartencenter und Autohäusern laufe ich unter der B19 hindurch an die Brenz. Fast ohne Strömung fließt diese hier durch das Tal. An einem Stellplatz für Wohnmobile wandere ich vorbei durch einen Stadtpark, immer an der Brenz entlang, stellenweise sogar auf Pfaden.

Die Brenz fließt mit sehr geringer Geschwindigkeit
Teilweise geht es auf schmalen Pfaden durch einen Park

Schließlich habe ich den Brenzpark erreicht. Das ehemalige Landesgartenschaugelände ist nur nach Erwerb einer Eintrittskarte zugänglich, zu meinem Zeitpunkt ist der Park jedoch noch nicht einmal geöffnet. Mir bleibt daher nur der Weg zwischen den Bahngleisen und dem Brenzpark. Auf dem Radweg erreiche ich schließlich auch die inneren Stadtteile von Heidenheim. Hier verlasse ich die Brenz und suche mir einen Weg in die Innenstadt. Wirklich alte Häuser mit Fachwerk entdecke ich nur noch unmittelbar unterhalb des Heidenheimer Schlosses Hellenstein, das hoch über mir auf dem Felsen thront. Durch die Fußgängerzone gehe ich nach Süden, wo ich schließlich auf ein großes Gewerbegebiet der Firma Voith treffe. Sie ist bekannt für den Bau von Maschinen für die Papierindustrie, Ausrüstungen für Wasserkraftwerke und Antriebs- und Bremssysteme.

Blick auf das Schloss Hellenstein oberhalb der Stadt
Eines der schönen Häuser

Mehrere Kilometer laufe ich auf Gehwegen am Industriegebiet entlang, hinein in den Stadtteil Mergelstetten. Nach Durchqueren des Ortes führt mich ein Radweg über Felder und Äcker nach Herbrechtingen. Die Brenz fließt an dieser Stelle nur einen Kilometer westlich von Herbrechtingen nach Süden, um schließlich etwa 3 km südlich des Ortes einen scharfen Knick zu machen und wieder nach Norden in Richtung Herbrechtingen zurückzufließen. Während sich im südlichen Bereich der Schleife ein Höhenzug erhebt, beträgt der Höhenunterschied direkt bei Herbrechtingen nur wenige Meter. Durch das geringe Gefälle und der dadurch niedrigen Fließgeschwindigkeit der Brenz reicht dieser geringe Höhenunterschied jedoch schon aus, dass die Brenz weiterhin den Weg über die Schleife nimmt. Für mich bedeutet es jedoch, dass ich ohne große Anstrengung ins benachbarte Tal überwechseln kann. Nun wandere ich an einem Stadtpark und einer Schule vorbei wieder hinab zur Brenz. Auffallend ist das weiterhin kristallklare Wasser der Brenz! Jeden einzelnen Stein kann man auf ihrem Grund erkennen. Nach Wechseln der Uferseite habe ich auch bereits den Parkplatz erreicht, den ich Katharina als Treffpunkt angegeben habe. Sie ist bereits seit 5 Uhr mit dem Auto unterwegs und müsste nach ca. 600 km in Kürze bei mir eintreffen. Und tatsächlich kommt sie nach ungefähr 20 Minuten Wartezeit mit dem Auto um die Ecke gefahren. Wir freuen uns sehr, uns wieder zu sehen und verladen erst einmal meinen Wagen im Auto. Nach der mehrstündigen Fahrt ist Katharina ganz froh, mal ein paar Schritte laufen zu können. Wir beschließen, in den Stadtpark zu gehen und dort eine Runde Minigolf zu spielen. Daran haben wir auch sehr viel Spaß, auch wenn sich unsere Talente zum Teil sehr in Grenzen halten.

Anschließend besuchen wir im Ort noch ein Eiscafé und genießen bei den mittlerweile wieder sehr warmen Temperaturen einen kleinen Eisbecher. Anschließend machen wir noch einen Spaziergang durch das wunderschöne Eselsburger Tal. Es ist Samstag, es ist bestes Wetter, dementsprechend sind wir hier auch nicht allein. Im Gegenteil, hier wandern auf der kleinen Straße zwischen der Brenz und den imposanten Muschelkalkformationen sehr viele Ausflügler. Mir ist es schon fast zu viel Trubel, so schön die Landschaft auch ist! Kurz vor Eselsburg wechseln wir die Flussseite und laufen auf einem Waldweg wieder zurück zum Parkplatz.

Felsen im Eselsburger Tal
“Steinerne Jungfrauen” im Eselsburger Tal
Kurz vor Eselsburg

Da Katharina am Montag zu einem Vorstellungsgespräch in Salzburg eingeladen wurde, brechen wir noch am Abend in Richtung Alpen auf. Als Zwischenetappe suchen wir uns den schönen Walchensee aus. Ich erhoffe mir, hier am nächsten Morgen ein paar schöne Bilder machen zu können.

So fahren wir kurz darauf auf der A8 nach München und über die A95 in Richtung Garmisch nach Kochel am See. Aufgrund des schönen Wetters muss es zu einem enormen Besucheransturm gekommen sein, denn als wir gegen 19 Uhr Kochel erreichen, kommt uns eine regelrechte Blechlawine aus den Bergen entgegen: Ein Auto schiebt sich nach dem anderen durch den kleinen Ort. Ein Glück, dass wir in die Gegenrichtung fahren! Am Walchensee stellen wir jedoch fest, dass der ausgesuchte Parkplatz nicht für die Nacht freigegeben ist. Was sollen wir jetzt tun? Nach einem Blick auf die Karte beschließen wir, noch das Stück nach Wallgau hinaufzufahren und landen hier schließlich in der Dunkelheit auf einem Wanderparkplatz an der Isar. Nachdem wir meinen Wagen wieder aus dem Auto geräumt haben, ist auch im Auto genügend Platz, um in diesem die Nacht zu verbringen. Bevor ich mich jedoch hinlege, laufe ich noch hinüber an die Isar und versuche, den Sternenhimmel über dem Fluss im Bild festzuhalten. Die Milchstraße ist zwar wunderbar zu sehen, befindet sich jedoch für ein Foto in einem ungünstigen Winkel.

Müde und ziemlich verfroren steige ich nach 45 Minuten zu Katharina ins Auto, die bereits eingeschlafen ist.

 

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