Ruhetag und abendlicher Umbau des Wagens

Fr., 19.10.2018

Nachdem wir gefrühstückt haben, verbringe ich noch einige Zeit am PC. Das Wetter ist heute so diesig, dass selbst die Berge in unmittelbarer Nähe nicht mehr wirklich zu sehen sind. Wenn man es nicht anders wüsste, könnte man meinen, ich wäre in Norddeutschland zu Besuch.

Ursprünglich hatte ich vor, am Morgen wieder loszuziehen, um am Chiemsee Bilder zu machen. Aber am frühen Morgen war ich zu müde. Ich hatte in der vergangenen Nacht nur wenig geschlafen. Daher bin ich heute sehr träge. Das zieht sich auch über den ganzen Tag hinweg so hin.

Am Abend beschließen Sebastian und ich, Jan zu besuchen. Jan ist ein mit Barbara und Sebastian befreundeter Nachbar. Er ist ein talentierter Bastler, und wir wollen ihn daher einmal wegen meines Wagens um Rat fragen. Mit dem Wagen im Schlepptau machen wir uns daher zu ihm auf den Weg.

Im Keller wird der Wagen auseinander genommen, und Jan hat sogleich eine Idee. Mit den Fahrrädern fahren wir zu einem benachbarten Landtechnik-Unternehmen. In dessen Schrott finden wir auch recht bald passende Aluminiumstangen, die wir mitnehmen dürfen. Noch ist mir nicht ganz klar, was Jan damit eigentlich vor hat. Doch ich werde kurz darauf aufgeklärt. Zwei der Stangen, die im oberen Bereich bereits gebogen sind, will er zusammensetzen und mit einem Stück Edelstahl fixieren.

Ob das stabil ist? Ich bin anfangs skeptisch, aber ich lasse mich ja gerne überraschen. Im Keller macht sich Jan sofort an die Arbeit. Und ich muss zugeben, so nach und nach entsteht da etwas richtig Gutes! Nachdem alles verschraubt ist, habe ich eine komplett neue Deichsel mit einem Griff an meinem Wagen. Doch Jan ist noch nicht fertig. Er zaubert aus einer Kiste in seiner Werkstatt Fahrradschläuche hervor, und wir wickeln diese unter Zug um den Griff und um die Verbindung der Deichsel mit dem Unterbau. Dieser Schritt bringt nicht nur weitere Stabilität, der Griff lässt sich so auch super anfassen. Gerade in der kalten Jahreszeit ist das auch deutlich angenehmer als kaltes Metall.

Sebastian und Jan bei der Arbeit

Ich bin begeistert! Der Besuch bei Jan und seine Ideen haben sich auf jeden Fall gelohnt! Ich bin davon ausgegangen, dass wir uns hier inspirieren lassen, aber niemals, dass ich mit dem fertigen Wagen wieder das Haus verlassen werde. Ich berichte Jan von meinem Problem, dass öfters mal der breite Packsack mit einer Falte im Rad hängt und ich schon überlegt hatte, mir unten eine Plexiglasscheibe einzubauen. Er überlegt kurz und holt zwei dünne Holzbretter aus seinem Schrank hervor, die er passend zusägt und im betroffenen Bereich mit Kabelbindern anbringt. Als er kurz darauf durch Zufall zwei Plastikbretter findet, entfernt er kurzerhand die bereits angebrachten Holzbretter wieder und ersetzt sie durch die passend zugesägten Plastikbretter. Das sei besser, meint er.

Plastikbretter verhindern in Zukunft ein Hineinrutschen des Packsacks in die Räder
Fertiger Wagen

Das ist einfach nur genial! So kann ich nun wieder weiter laufen! Zusammen setzen wir uns trotz der mittlerweile späten Uhrzeit zu viert in die Küche – Jans Frau tischt uns noch einen leckeren Flammkuchen auf – und lassen den Abend mit einem Bierchen ausklingen. Vielen, vielen Dank, lieber Jan, für diese Hilfe! Du hast mir damit sehr geholfen! Vielen Dank auch an Sebastian, der tatkräftig mitgeholfen hat!

Jan, der meinen Wagen binnen kurzer Zeit repariert hat. Herzlichen Dank!

Gegen Mitternacht machen sich Sebastian und ich mit dem neuen Wagen wieder auf den Rückweg. Müde, aber glücklich falle ich ins Bett.

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