Regen, Schneeregen und am Abend Schnee

Sa., 27.10.2018
Krün – Mittenwald – Lautersee – Ferchensee – Elmau
Kilometer: 18,8 km

Gegen 3 Uhr werde ich von prasselndem Regen auf mein Zelt geweckt. Da hatte der Wetterbericht also doch Recht! Ich drehe mich um und schlafe weiter. Als ich am Morgen aufwache, regnet es immer noch. Doch es sind immer wieder Pausen dazwischen. Ich beschließe daher, mein Lager abzubauen. Dank der Schutzhütte nebenan kann ich bis auf mein Außenzelt auch alles trocken verpacken. Das Karwendelmassiv schaut in einer der trockenen Phasen einmal kurz aus den Wolken hervor. In weiß! Es hat also da oben kräftig geschneit.

Ich mache mich auf den Weg und unterquere die B2. Dieser folge ich auf einem Radweg nach Süden. Leichter Regen setzt wieder ein. An einem Rastplatz der B2 treffe ich auf eine Gruppe Erwachsener, mit denen ich kurz über meine Reise ins Gespräch komme. Sie wünschen mir viel Erfolg und steigen schnell wieder in ihre trockenen und warmen Autos.

Es geht im Regen entlang der B2

Ich folge dem Radweg, der stellenweise die B2 ein Stück verlässt. Der Regen wird immer kräftiger, und ich merke, dass ich ohne Regenkleidung nicht mehr weit kommen werde. Unter einer Brücke der B2, direkt an der Isar, ziehe ich Regenhose und -jacke an und laufe weiter in den Regen.

An der Isar unter einer Brücke ziehe ich mich regendicht an

Auf geschotterten Wegen führt mich der Radweg nun an den Hängen des Karwendelmassivs entlang. Von den mächtigen Felswänden ist mittlerweile nichts mehr zu sehen. Es hat sich eingeregnet. Völlig nass erreiche ich schließlich nach einigen Kilometern Dammweg an der Isar den Bahnhof von Mittenwald. In der Halle ist es schön warm, außerdem gibt es in einem angrenzenden Café eine Pizza. Ich bleibe hier über eine Stunde, bis es draußen mit dem Regen etwas nachlässt und meine Kleidung wieder getrocknet ist.

Ich spaziere durch die Gassen von Mittenwald. Mir fallen besonders die versetzten Häuser in der Innenstadt auf, mit ihren lang nach vorne reichenden Regenrinnen. Sicherlich ist das hilfreich bei viel Schnee. Weiter geht es zum Laintal. Durch dieses will ich eigentlich hinauf zum Lautersee steigen. Es soll dort nach meiner Karte mehrere Wasserfälle geben. Doch leider ist der Weg wegen Bauarbeiten gesperrt. Die Umleitung führt mich ein Stück südlich davon steil den Berg hinauf. Anfangs noch auf einer Asphaltstraße, zum Schluss auf einem geschotterten Waldweg, immer wieder unterbrochen durch Wasserrinnen. Oben setzt auch wieder ein allerdings noch nicht all zu starker Regen ein.

Mittenwald
Steil geht es den Berg hinauf

Auf einer Höhe führt mich der schöne Kiesweg durch den Wald an den Lautersee. Wolkenfetzen ziehen an den verhangenen Bergwänden des Wettersteinmassivs im Hintergrund vorbei. Es sind hier trotz des Regens erstaunlich viele Touristen unterwegs. Als ich am anderen Ende des Sees einen Linienbus wenden sehe, verstehe ich den Grund. Ich folge dem Seerundweg auf der südlichen Seeseite. Und komme an einer Schutzhütte vorbei, die Platz hätte für eine ganze Busmannschaft. So etwas müsste es häufiger mal geben! Mir ist es jedoch noch viel zu früh, um bereits wieder mein Nachtlager zu errichten.

Über eine Brücke gehe ich über ein Niedermoor
Blick auf den Lautersee

Ich folge dem Uferweg noch ein Stück, dann biege ich auf eine kleine Fahrstraße hinauf zum Ferchensee ab. Ich folge dieser bis zu einer Anhöhe und verlasse sie dann auf einem schmalen Schotterweg durch den Wald.

Auf schmalen Wegen geht es durch den Wald

Trotz des Regens gefällt es mir hier sehr gut! Am Ferchensee reißt die Wolkendecke am Berghang etwas auf und präsentiert etwa 300 m über mir eine verschneite Berglandschaft. Es ist gut möglich, dass diese Schneegrenze im Laufe des Tages und der Nacht nach unten wandern kann. Am Ende des Ferchensees wandere ich auf einer Schotterpiste durch ein schönes Tal weiter nach Elmau. Der Regen wird wieder stärker, und im Laufe des Tales schüttet es kräftig. Die Wolken kommen immer weiter herab, und ich rechne innerlich damit, in jedem Augenblick die erste Schneeflocke im Regen erspähen zu können. Doch dies ist nicht der Fall!

Blick auf den Ferchensee. Tief hängen die Wolken
Auch hier glasklares Wasser

Nachdem ich Elmau erreicht habe, mache ich mir zunehmend Gedanken, wo ich mein Zelt aufstellen soll. Schutzhütten gibt es laut Karte hier nicht, es regnet immer noch, und so dürfte mir wohl ein Aufbau im Regen bevorstehen. Als ich oberhalb von Elmau einen großen Wanderparkplatz betrete, lässt der Regen spürbar nach. Ich warte daher nicht lange und beginne, am Rand des Parkplatzes auf knapp 1100 m Höhe mein Zelt aufzubauen. Nachdem das Außenzelt steht, hänge ich das trockene Innenzelt ein und verstaue schnell alles andere im Zelt.

Auf 1100m Höhe übernachte ich heute

Es ist spürbar unangenehm geworden: Alles ist nass und klamm. Auch mein Schlafsack fühlt sich von außen klamm an. Trotzdem wärmt er mich gut. Draußen ist der Regen wieder stärker geworden: Laut prasselt er auf mein Zelt. Ob ich morgen wohl im Schnee aufwachen werde? Ich döse vor mich hin. Plötzlich verändert sich die Akustik: Zwischen dem Prasseln der Regentropfen ist ein leises Knistern zu hören: Schneeregen hat eingesetzt. Kurz darauf wird es still. Nur noch das leise Knistern ist auf dem Außenzelt zu hören. Ein Blick nach draußen mit der Stirnlampe verrät es mir: Es schneit! Aber der Schnee bleibt noch nicht liegen.

Ich döse wieder ein und wache gegen Mitternacht auf. Gespannt luge ich aus dem Zelt. Es schneit immer noch, aber es ist nicht einmal etwas angezuckert. Es ist einfach noch zu mild. Ich bin gespannt, ob ich am Morgen im Schnee aufwachen werde.

 

Ein Gedanke zu “Regen, Schneeregen und am Abend Schnee”

  • Schade, dass Du den Pfaffenwinkel nur bei Sauwetter erlebt hast! Dort gibt es eine wunderschöne Berglandschaft mit interessanten Fotomotiven, die Dir leider verborgen geblieben ist. Aber vielleicht kommst Du bei einer späteren Deutschlandwanderung dort noch einmal vorbei!

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